In den nächsten paar Beiträgen möchte ich vorstellen, wie ein Song entsteht. Dies stellt natürlich nur eine Möglichkeit von vielen vor, wie so etwas von sich gehen kann. Jeder Song-Writer und Komponist hat eigene Zugänge dazu.
Im ersten Beitrag möchte ich einmal auf einige Überlegung hinweisen, die den Songwriting-Prozess einleiten könnten:
- Instrumentation
- Sänger oder Lead-Instrument (kann Z.B. Gitarre sein)
- Thema des Stücks (sei es musikalisch oder emotional, politisch…)
- Einzelstück oder eine Reihe von zusammenhängenden Stücken. Wo ist der Zusammenhang? Thematisch? Überleitungen?
- Sprache des Stücks
- Tonumfang vom Sänger (und natürlich auch der Instrumente)
- für wen ist der Song geschrieben? Kann diese Person Noten lesen, oder werden andere Möglichkeiten verwendet. Man kann z.B. Tabulatoren für Gitarristen verwenden, Aufnahmen verwenden, Notenlängen kann man mit Strichen andeuten, man kann eigene Symbole für Percussion verwenden oder die tonale Funktion mit 1234567 (resp. 12b345b6b7 in Moll) andeuten, so ist z.B. die 3, die Terz in C-Dur ein e.
Dies alles kann schon einmal einen ersten Eindruck vom Song, oder von den Vorstellungen des Komponisten lieferen.
Eine Harmonie kann auch in Programmen wie fl-STudio oder Ableton Live erzeugt werden, ein Sänger kann darüber improvisieren.
Ist bereits ein Text vorhanden, so kann dieser in einer Word-Cloud arrangiert werden, um nocheinmal einen anderen Eindruck davon zu bekommen.
Alle diese Überlegungen dienen als Inspirationen, nicht als starre Vorgaben. Wem das alles nicht liegt, der kann sich einfach ein Stück Papier schnappen und wild drauf los komponieren.
Noten sind nicht zwingend notwendig, um sich musikalisch auszudrücken. Man kann auch Bilder oder selber erfundene Symbole malen. Wichtig ist nur, dass eure Interpreten sie verstehen. Diether de la Motte stellt da einige interessante Ideen in seinem Buch vor. In unserem Fall werden wir uns auf Noten beschränken, nachdem dies allgemein geläufig ist.
Einige Überlegungen könnten wir noch anstellen, bevor wir zur Sache gehen, nämlich:
- die Tonart
- die Taktart
- welche Form soll das Stück haben (Intro, Strphen 1,2,3…, Refrain, Bridge, Outro..)
- sollen Modulationen oder Taktartwechsel vorkommen
- Titel
- Tempo
- Ist die Länge vorgegeben?
- Ist es evl. ein Auftragsstück mit Vorgaben?
- Verwendet euer Mensch am Harmonieinstrument Akkordsymbole oder Noten?
- Sollen sich die Interpreten eher an die Vorgaben halten oder eher frei improvisieren?
- welches Genre sollte das Stück haben, eventuelle Cross-Overs…
- wollen wir auf Papier oder in einem Notensatzprogramm wie Musescore oder Tux Guitar verwenden? Diese Art Programm gibt es kommerziell und gratis , wobei die erwähnten kostenfrei heruntergeladen werden können. Wir werden fürs erste Noten schreiben und dazu Musescore verwenden.
Anmerkung: Alle diese Überlegungen können natürlich auch zu einem späteren Zeitpunkt gemacht werden, und so ist es auch oft in der Praxis. Andere Menschen sind wieder sehr strukturiert und wollen von Anfang wissen, wohin es gehen wird bzw. müssen eine gewissen Vorgabe einhalten.
Es gibt also vieles, was man schon bedenken kann, bevor man noch zu schreiben anfängt. Im nächsten Teil werden wir ein paar Einstiege in einen Song betrachten. Man kann z.B. mit der Lead-Stimme beginnen oder mit der Begleitung, mit der Harmonie oder mit dem Rhythmus oder beidem, mit einer Improvisation oder mit dem Text oder einer anderen Möglichkeit.
Literaturreferenzen:
Diether de la Motte – Wege zum Komponieren. Ermutigung und Hilfestellung. Bärenreiter, Kassel 2001, ISBN 3-7618-1290-6.
Weblinks:
http://www.musescore.org
http://www.tuxguitar.com.ar
https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Notensatzprogrammen